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Österreich - meine zweite Heimat

Österreich und meine Liebe zu diesem Land

Blick auf den Fuschlsee
Blick auf den Fuschlsee vom Berg namens "Schober"

Auf geht´s in die zweite Heimat!

 

So ging es nun am 21.07.2018 in meine „zweite Heimat“. Ich hatte knappe 500 Kilometer vor der Brust. Zum ersten Mal war ich 1982 im Salzkammergut. Immer wieder hat es mich zurückgezogen. Dieses Mal, gab es einen Unterschied! Ausnahmslos, war ich in Fuschl am See. Dieses Jahr, war es unwahrscheinlich schwer, in meinem Budget was zu finden. Meine Unterkunft fand ich schließlich in Faistenau. Dieser kleine Ort liegt 10 km vor Fuschl am See.

 

Es war relativ entspannte Fahrt. Ich brauchte zwar 6 Stunden und es regnete fast durch, doch war die Fahrt relaxt. Dank Navigationsgerät konnte ich die neue Frühstückspension schnell finden.


 

Kurz zu dieser Pension: Das Landhaus liegt in Faistenau und wird von dem Ehepaar Anneliese und Peter Teufl geführt. Man findet hier eine liebevoll eingerichtete Unterkunft mit einem super Preis/Leistungsverhältnis. Zudem wird man aufs Herzlichste behandelt und bekommt jeden Wunsch erfüllt. Falls Ihr mal in diese Region kommt, kann ich Euch diese Unterkunft ans Herz legen. Hier der Link zur Homepage der Teufl´s: http://www.landhaus-teufl.com/

 

Früh am Abend ging ich zu Bett, da ich doch müde von der Fahrt war.

Den zweiten Tag startete ich mit einem ausgiebigen Frühstück. Wer mich kennt, der weiß wieviel Nahrung ich zu mir nehme. In Österreich gibt es laut meiner Erfahrung immer genügend zum Essen. Somit war ich satt. Da es wie aus Eimern schüttete und meine Freizeitaktivitäten somit eingeschränkt waren, packte ich meine Regenjacke ein und entschied mich, nach Fuschl zu fahren. Das Ziel war der Rundweg um den Fuschlsee der eine Länge besaß von 11 Kilometer. Bevor es losging, füllte ich eine Flasche Wasser mit Quellwasser am Brunnen gegenüber der Pension. Nachdem ich 30 Minuten unterwegs war, versagte schließlich meine Kleidung. Es war ein Dauerregen sondergleichen. Von oben bis unten war ich durchnässt. Aufgeben ist schließlich keine Option für mich. Somit ging es durchnässt weiter. Trotz dem massivem Regen war es schön. Ich meisterte die Strecke in 2 Stunden 20 Minuten.

 

Anschließend fuhr ich zurück in meine Pension. Meine Schuhe, den Rucksack, meine Hose und die Regenjacke kamen in den Trockenraum. Nach einer kleinen Pause auf dem Bett, ging ich in den Gemeinschaftraum und trank Kaffee. Am Abend war ich in einem anderen Gasthof im Ort was Essen, bevor ich mich auf das Bett legte und noch ein wenig las. So ging auch dieser Tag zu Ende.

Bleckwand 1541 Meter

Nach meinem ausgiebigen Frühstück, stellte sich die Frage, was ich an diesem Tag unternehmen sollte. Es war noch sehr nass und ziemlich bewölkt. Somit kam ein Klettersteig nicht in Frage. Nach kurzem Überlegen entschied ich mich für die Bleckwand.

 

Dieser Berg ist 1541 Meter hoch und vom Gipfelkreuz hat man eine atemraubende Sicht auf den Wolfgangsee.

 

Ich fuhr zum Ausgangsparkplatz und machte mich auf den Weg. Überwiegend ist dieser durch ein Waldgebiet und somit war es extrem nass, da es gestern aus Eimern geschüttet hatte. Trotz dem ziemlich bewölkten Himmel, hatte ich 5 Minuten Zeit, um am Gipfelkreuz die wundervolle Aussicht zu genießen. Doch dann zog Nebel auf und umhüllte den kompletten Berg. Diese Atmosphäre hatte etwas Mystisches. So verweilte ich noch im Nebel und der Stille, bevor ich mich an den Abstieg machte.

 

Nun bereute ich, dass ich meine Trekkingstöcke im Auto gelassen hatte. Es war klietschig. Ich rutsche sehr oft weg, konnte aber immer das Gleichgewicht halten. Die Bleckwand ist nicht gerade anspruchsvoll, aber ein Fuß, kann man sich auch dort brechen. Somit war ich froh, als ich am Parkplatz ankam. Ins Auto und ab nach Fuschl. Die Wolkendecke brach auf und die Sonne war zu sehen. Somit parkte ich mein Auto und besuchte ein Café am See. In dieser wundervollen Atmosphäre gönnte ich mir ein Cappuccino, bevor ich wieder in meine Unterkunft eingekehrte.  

 

Der nächste Tag war angebrochen. Es ist der Tag den herbeigesehnt habe. Zum einen wegen des Wetters, Sonne und warm, und zum anderen, heute sollte es auf meinen „Hausberg“ in Fuschl am See gehen.

Dieser Berg ist was Besonderes für mich. Ich musste einige Jahre warten, bevor mich mein Vater mitgenommen hatte. Der „Schober“ (so nennt er sich) hat zwischen meinen Eltern immer für Diskussionen gesorgt, da meine Mutter sich sorgte. Nicht umsonst, denn dieser Berg hatte schon einige Todesopfer gefordert. Mein Vater geht heutzutage nicht mehr hoch, nur noch sein Sohn :)

Schober 1328 Meter

 

Früh morgens startete ich meinen Aufstieg. Die Sonne war da, aber nicht zu warm und ein leicht bedeckter Himmel. Nachdem ich meine Schuhe angezogen und den Rucksack mit Wasser und Snacks befüllt hatte, lief ich los. Es war wie immer, ein schöner Aufstieg. Ein vertrautes Gefühl. Wie nach Hause kommen!

Es dauerte 50 Minuten bis ich den Gipfel erreichte. Zur Erklärung. Es gibt 2 Wege zum Ziel. Der für geübte und der leichtere. Ich bevorzuge für den Aufstieg den schnellen schweren und für den Abstieg, den längeren leichteren. So verweilte ich am Gipfel, aß meinen Riegel und bestaunte diese wunderschöne Aussicht. Die Zeit für den Abstieg war gekommen und ich begab mich auf den Weg. 

 

Als ich unten auf dem Parkplatz ankam, war es noch früh am Mittag. Was sollte ich noch unternehmen? Ich entschied mich nochmals einen Gipfel aufzusteigen. Dieses Mal was leichteres, denn meine Beine waren schon schwer.

Ellmaustein 988 Meter

An der Seitenstraße das Auto geparkt und wieder die Schuhe angezogen. Wasserflaschen und Bananen eingepackt und los ging es. Davor noch ein kurzer Smalltalk mit einem deutschen Touristen.

 

Dieser Berg ist für mein Erachten für Anfänger geeignet. Jeder selbst hat natürlich seine eigenen Grenzen.

 

Trotz den schweren Beinen habe ich nicht 1 Minute daran gedacht diese Tour abzubrechen. Ich weiß um den wunderschönen Ausblick am Gipfelkreuz. Vor dem Kreuz steht eine Bank und von dort aus hat man eine wahnsinnige Sicht auf den Fuschlsee. Ich hatte Glück und war die ganze Zeit alleine. Somit genoss ich diesen Augenblick ausgiebig, bevor ich wieder zum Abstieg ansetzte.

 

Am Auto angekommen entschied ich mich an den See zu fahren und einen Kaffee zu trinken. Somit beendete ich diesen ereignisreichen Tag in einer tollen Atmosphäre am See

Drachenwand 1176 Meter – Klettersteig

Nach dem Frühstück ging es los Richtung Mondsee. Das Ziel war heute der Klettersteig namens Drachenwand.

 

Zielstrebig ging ich den Waldabschnitt Richtung Felsen. Der Weg ging relativ steil hinauf, jedoch war es kein Problem. Nach einer ganzen Weile sind mir ein einheimisches Pärchen entgegengekommen. Er sah meinen Helm auf dem Rucksack und fragt ob ich nach dem Steig auch den Berg hinaufwollte. Nein nur den Klettersteig wollte ich machen, war meine Antwort. Darauf sagte er mir, dass ich ziemlich falsch sei. Ich hatte eine Abzweigung übersehen. Ich sah auf mein Handy und musste feststellen, dass ich 45 Minuten in die falsche Richtung ging und das noch bergauf.

 

Umgekehrt und den richtigen Weg sofort gefunden. Am Einstieg zog ich mein Klettergurt und das Klettersteigset an. Darauf folgte der Helm und der letzte Griff in meinen Rucksack um die Kamera zu holen. Leider hatte ich heute Pech und bemerkte, dass ich die Kamera im Auto gelassen hatte. Ich hoffte doch sehr, dass beim Klettern alles gut gehen würde.

 

Und so war es auch! Es war ein toller Klettersteig. Zwar relativ schwierig, aber mit atemraubende Aussichten. Das Highlight war die Hängebrücke mit einer unbezahlbaren Sicht auf den Mondsee. Dieser Steig zählt zu den schönsten im Salzkammergut, sodass er immer gut besucht ist. Somit blieb nicht aus, dass ich einige Kletterer überholen musste.

 

Am Gipfelkreuz angekommen trank ich, aß meine Banane und machte mich danach an den Abstieg. Dieser hatte es in sich. Durch mein straffes Programm der letzten Tage und mein doch vermeidbarer Umweg, hatte ich sehr müde Beine. Trotzdem war es ein toller Abstieg, den ich meistern konnte. Unten angekommen, gönnte ich mir erstmal ein großer Radler, worauf ein zweites, aber kleineres folgte.

Ich fuhr zufrieden in meine Pension nach Faistenau. Am Abend traf ich mich mit einem Hamburger Ehepaar und deren Kinder, die in der selben Unterkunft wohnen, zum Essen.  Somit beendete ich den Abend.

Postalmklamm - Klettersteig

Der letzte Tag war angebrochen und ich entschied mich spontan für einen weiteren Klettersteig. Spontan deswegen, da es am Vorabend heftig geregnet hatte und ich nicht wusste, ob ich klettern könnte. Ich kannte diesen Steig gut, da ich ihn bereits 2-mal beschritten hatte. Es war eine Klamm unterhalb der Postalm. Ein schöner Klettersteig der nicht ganz leicht ist. Eine Klamm ist immer feucht und die damit verbundenen nassen Felsen eine Herausforderung. Man muss stets konzentriert bleiben.

 

Zu meinem Bedauern, musste ich feststellen, wie schnell es gehen kann. Ein Tag nach meinem Besuch in der Klamm, stürzte ein 13 jährige 25 Meter in die Tiefe.

Am Ende des Steigs, steigt man durch einen Wald auf. Auf der linken Seite ist ein Wasserfall und davor eine Art Becken. Dieses Mal war ich vorbereitet und hatte meine Badehose dabei. Ich zog meine Ausrüstung und die Kleider aus und sprang ins Becken. Es war einfach herrlich. Nur ewig konnte ich nicht verweilen, da es schon spät war.

 

Ich beendete den Steig und stieg zum Auto ab. Nach 1 Stunde war ich am Auto angekommen. Mein Magen knurrte und wir hatten Donnerstag. Somit wusste ich genau, wohin ich jetzt fahren würde.

 

In Fuschl gibt es eine Mühle namens Ruming. Somit fuhr ich zur Mühle und bestellte ein Radler und eine Käsejause. Das Brot wird selbstverständlich selbst in der Mühle gebacken. Es ist ein Traum!

 

Wohl genährt fuhr ich in meine Pension zurück und trank wie jeden Nachmittag einen Kaffee. Den Abend habe ganz gemütlich ausklingen lassen, da ich am nächsten Tag, früh morgens die Heimreise antreten musste.

 

Somit war auch dieser kurze Urlaub vorbei. Es ist immer wieder schön in meine zweite Heimat zu kommen. Ich fühle mich einfach wohl und kann hier wieder auftanken. Ich danke meinen Eltern, dass Sie mir diesen wunderschönen Fleck Erde gezeigt haben. Diese Region ist ein Bestandteil meines Lebens und zugleich Balsam für meine Seele.

 

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