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Abenteuer Tschernobyl


Abenteuer Tschernobyl


Reaktor Nummer 4 in Tschernobyl
Reaktor Nummer 4 - Tschernobyl

Auf dem Weg zum Reaktor


 

Vorab kurz zu meiner Person – mein Name ist Christian Erbacher, ich komme aus Rastatt, bin 35 Jahre alt und bin leidenschaftlicher Anhänger von individuellem Reisen fernab vom Massentourismus und Pauschalangeboten aus dem Reisebüro.

 

Als ich vor etwa 10 Jahren von einem Freund ein 45-minütiges Video über die Tschernobyl Katastrophe gezeigt bekam, war ich sofort fasziniert und die Idee, gemeinsam nach Kiew zu reisen und Tschernobyl zu besuchen, war geboren. Leider hat es sich aber nie ergeben. Dennoch hat mich die Idee nie losgelassen und trotz der Nuklearkatastrophe im Jahre 1986, deren Folgen bis heute in allen Bereichen spürbar sind, verfolgte ich die Planung für eine Reise, deren Risiko mir durchaus bewusst war, die sich aber trotz allem lohnt. Warum es sich lohnt möchte ich im Folgenden erläutern.

 

So stand ich im August 2017 vor der großen Aufgabe, meinen Sommerurlaub zu verplanen und wusste nicht, was ich machen wollte und wohin ich verreisen sollte. In meiner Erinnerung keimte die Idee einer Reise nach Tschernobyl erneut auf und sofort war klar: dahin muss es gehen! Voller Vorfreude und Motivation begann ich, meinen Aufenthalt in Kiew zu organisieren. Nach einiger Recherche, welcher der diversen Reiseanbieter die besten Bewertungen im Netz hatte, buchte ich online einen eintägigen Trip nach Tschernobyl auf der Website https://ww.chernobyl.com/DE/. Die positiven Resonanzen behielten Recht. Der komplette Mailverkehr, die Beantwortung all meiner Fragen und die gesamte Abwicklung liefen äußerst professionell ab.

 

So ging es schon am 14.09.2017 für mich alleine nach Frankfurt Hahn, von wo mein Flug nach Kiew Schuljany ging. Nach meiner Ankunft wechselte ich zuerst einmal meine Euro in die dortige Landeswährung Griwna, bevor ich mir ein Taxi nahm, um mich in mein Hotel bringen zu lassen.  Ich schaute mir zunächst die Stadt an, kaufte eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken und ging an diesem Abend nach später Anreise früh ins Bett um fit und erholt für den nächsten Tag zu sein, an dem es schon morgens nach Tschernobyl gehen sollte.

 

So stand ich am 15.09.2017 um 6.15 Uhr auf und packte meinen Rucksack. Wichtig waren die Ersatzschuhe- und Hosen, die ich für den Fall einer möglichen Kontaminierung mitnahm. Startklar rief ich ein Taxi und fuhr zum Treffpunkt „Hauptbahnhof Kiew“. Ich lernte gleich ein Schweizer Paar kennen, das mir auf Anhieb sympathisch war. Eines hatten sie mir voraus, denn ihre Familien wussten bereits, auf welch riskante Reise sich die beiden begeben hatten, wohingegen meine Familie mich nach meinen Angaben nach im Allgäu vermutete. Ich wollte Ihnen unnötige Sorgen ersparen.

 

Pünktlich vor 8 Uhr traf eine Frau, unser Tourguide, ein und überprüfte unsere Reisepässe. Ein Minibus stand für uns bereit, in welchen wir einstiegen und losfuhren. Die Fahrt von Kiew nach Tschernobyl dauert etwa 2 Stunden. Auf dem Weg dahin hielten wir kurz an einer Tankstelle und deckten uns mit Kaffee und einer Kleinigkeit zu essen ein.

 

Bei der ersten Sperrzone angekommen wurden wir gleich instruiert, dass das Fotografieren der dortigen Soldaten strengstens verboten sei. Jeder Reisende musste aus dem Bus aussteigen und seinen Reisepass zur Kontrolle vorzeigen. Desweiteren musste man eine Abtrittserklärung unterzeichnen. Dieses Procedere war vorab bekannt, da man uns im Vorfeld mit E-Mails über die Verhaltensregeln in der Sperrzone informierte. Zu unserer Sicherheit folgte eine weitere Belehrung.  Es war verboten Dinge anzufassen oder persönliche Gegenstände auf den Boden zu stellen. Der Weisung des Tourguides war absolut Folge zu leisten. Wir setzten die Fahrt fort und jeder bekam einen Geigerzähler.

Die Distanz von der ersten Sperrzone bis zum eigentlichen Unglücksreaktor ist ca. 20 Kilometer, eine zweite Sperrzone liegt 10 Kilometer vor dem Reaktor. In jeder Sperrzone wird man nach demselben Muster kontrolliert und unterwiesen. Ab hier schlugen die Geigerzähler, selbst im Auto sitzend, an. Insgesamt dauerte die Tour etwa 12 Stunden.

 

 

Wir besuchten folgende Orte:

 

 

      Zalissya Village – das kleine Dorf teilt das Schicksal über hunderte weiterer Dörfer, die nach der Katastrophe komplett aufgegeben wurden

 

      Einige Ehrenmale für z.B. die Rettungskräfte der Feuerwehr, die mit zuerst an er Unglücksstelle waren und ums Leben kamen

 

      Roter Wald – Ein Nadelwald, dessen Bäume in Folge der Strahlenschäden ihre Nadeln verloren und die Stämme ihm seinen Namen verleihen. Er ist hochgradig verstrahlt und durfte nicht betreten werden. Noch immer sind viele Bäume hier rot gefärbt)

 

      Ruinen der Grundschule (Ein trauriger Anblick mit vielen Kinderbetten und Büchern, Schulbänken, Tafeln usw.)

 

      Duga Radar (ein gigantisches, russisches Bauwerk)

 

      Vergnügungspark (Boxautos und das bekannte Riesenrad)

 

      Pripyat (seit 2012 herrscht absolutes Betretungsverbot, die Einsturzgefahr ist zu groß). In der Stadt gibt es sehr viel zu sehen. Alleine für die Besichtigung der Stadt benötigten wir ca. anderthalb bis zwei Stunden. Besondere Aufmerksamkeit erregte ein kleiner, handzahmer Fuchs, der zu uns kam, nachdem unser Tourguide seinen Namen rief. Sie hatte den Fuchs sogar gestreichelt. Dieses verlassene Gebiet ist die Heimat vieler Wildtiere.

 

      Der Unglücksreaktor, überzogen mit einer Art Sarkophag (Wir standen ca. 100 bis 150 Meter entfernt, hier wurde auch ein Denkmal errichtet. Wir sahen einige Arbeiter während ihrer Zigarettenpause. Auch hier war es strengstens verboten, Fotos der Menschen zu machen.

 

      Zwischen der ersten und zweiten Sperrzone liegt das Tschernobyl Hotel, in dem man zu Mittag isst. Das Essen überzeugte sowohl in Qualität als auch in Quantität. Danach konnte man mit einem alten Lada eine Runde ums Haus drehen. Mit Uniformen, Bleiwesten und Gasmasken ausgestattet konnte man aus einiger Entfernung Erinnerungsfotos machen.

 

 

Trotz unseres straffen Programmes und der vielen Sehenswürdigkeiten, gibt es in diesem großen Gebiet  vieles, was wir nicht gesehen hatten. Eine eintägige Tour ist viel zu kurz für alles. Es werden auch zweitägige Trips angeboten, bei denen man im vorher genannten Tschernobyl Hotel übernachten kann. Für mich war es so aber ein perfekter Ausflug. In Anbetracht der Kürze unserer Reise wurde alles abgedeckt, was wichtig war. Auch unser Tourguide war sehr professionell, hat uns über alles informiert und aufgeklärt und war stets freundlich. Insgesamt kostete der Trip 119 Euro und ist jeden Cent wert. Ich war mit einem Schrittzähler ausgestattet, der mir am Ende des Tages 19000 Schritte anzeigte und genau so fühlte ich mich auch.

 

Auch auf dem Rückweg wird man in den Sperrzonen wieder gebeten auszusteigen und wird kontrolliert. Der Bus wurde ebenfalls auf Radioaktivität getestet. Niemand aus unserer Gruppe wurde kontaminiert.

 

Nachdem wir das Gebiet verlassen hatten, lüftete sich auch das Geheimnis, weshalb ich bei meiner Buchung meine Kleidergröße angeben sollte. Unser Tourguide holte aus dem Kofferraum des Busses für jeden Reiseteilnehmer ein passendes, rotes T-Shirt mit dem Aufdruck Genieße Tschernobyl, sterbe später. Zwischen den Textzeilen ist eine Gasmaske abgebildet. Auf der Rückseite des Shirts steht Höre auf, auf meinen leuchtenden Körper zu schauen. Ich war in einer radioaktiven Diät. Eine witzige Idee, trotz aller Tragik des Schicksales der Region. Uns wurden ebenfalls 5 sehr wertige Postkarten mit Motiven aus Tschernobyl überreicht. Im Bus herrschte Dank des erlebnisreichen und anstrengenden Tages erschöpfte Stille. Ich bin ja schon viel in der Welt herumgekommen, aber dieses war mit Abstand mein aufregendstes Abenteuer!

 

 

 

Hier noch einige zusätzliche Informationen zur Strahlenbelastung.

 

Zur Strahlenbelastung zitiere ich den Veranstalter: Die Strahlenbelastung in den meisten Ortsteilen der Tschernobyl-Zone erreicht die gleichen Werte wie die natürliche Strahlung in der Natur. Höher ist die Strahlenbelastung nur in der Umgebung rund um das Kraftwerk und in der Stadt Prypjat, doch ein kurzer Aufenthalt in dieser Gegend ist für die menschliche Gesundheit gefahrlos. Während eines Tages, den man mit der Entdeckung der Ecken von Tschernobyl verbringt, erhält man eine Dosis von Gammastrahlung von nicht mehr als 2 Mikrosievert, was ungefähr zwei Stunden Flug mit dem Flugzeug(Sonnenstrahlung) entspricht. Damit ihr Aufenthalt in Tschernobyl, sowie der ganze Ausflug, ein einzigartiges und sicheres Erlebnis wird und nicht nur eine Erinnerung im Album bleibt, kümmert sich der CHERNOBYLwel.com um alle Unterlagen, Genehmigungen, Unterkunft, Reise, Verpflegung und Ihre maximale Sicherheit. Vor allem aber, werden wir Ihnen den intensivsten, den meist fotogenen und abenteuerlichsten Plan der Ausflugsfahrt in der geschlossenen Gegend Tschernobyl gewährleisten. Garantiert!  

 

 

 

 

 


Wie Du nach Tschernobyl kommst und was es kostet erfährst Du hier


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